8. November 2016 MM

LiMAx-Test ermöglicht besseres Timing von Leberoperationen für Darmkrebspatienten mit Lebermetastasen nach Chemotherapie

Bestimmung der Leberfunktion ist entscheidend, um die Eignung des Patienten für eine sichere Leberoperation einzuschätzen

Berlin

Humedics GmbH, ein Spezialist für die unmittelbare und mobile Messung der individuellen Leberfunktion am Patientenbett, teilte heute mit, dass zwei Studien das Potenzial des LiMAx-Tests aufgezeigt haben, die Eignung von Darmkrebspatienten für die Entfernung vorhandener Lebermetastasen nach einer durchgeführten Chemotherapie besser einzuschätzen. Der LiMAx-Test wurde angewendet, um die Auswirkungen der Oxaliplatin-basierten Chemotherapie auf die Leberfunktion zu untersuchen.

Ein kombinierter Ansatz aus Chemotherapie mit anschließender Leberteilresektion hat sich als vorteilhaft für die Überlebensrate von Darmkrebspatienten mit Lebermetastasen erwiesen. Außerdem können anfangs inoperable Lebermetastasen mit neoadjuvanter Chemotherapie in einen Zustand gebracht werden, der eine Operation als Therapieoption und damit eine potenziell kurative Behandlung ermöglicht. Allerdings sind Chemotherapie-bedingte Leberschäden ein bekanntes Phänomen nach neoadjuvanter Therapie von Darmkrebs mit Lebermetastasen. Sie tragen zu postoperativer Morbidität und Mortalität bei. Dabei bleibt es schwierig, nach Beendigung der Chemotherapie das richtige Zeitintervall für die Leberoperation festzulegen. Bislang gibt es keine etablierten Richtlinien zum optimalen Zeitpunkt des leberchirurgischen Eingriffs nach der systemischen chemotherapeutischen Therapie. Deren Auswirkung auf die Leberfunktion ist bislang nicht erforscht.

Die Problematik der adäquaten Behandlung für Darmkrebspatienten mit Lebermetastasen und der entsprechende Forschungsbedarf wird von verschiedenen Institutionen adressiert (3). Für Darmkrebspatienten mit Lebermetastasen ist heutzutage die Teilentfernung der Leber häufig die Therapie der Wahl. Aber es gibt noch immer keine verlässliche Methode, eindeutig zu ermitteln, ob ein Patient operabel ist. Dies kann sowohl eine psychische Belastung für den Patienten verursachen als auch erhebliche Kosten für das Gesundheitssystem. Humedics ist davon überzeugt, dass die Ergebnisse aus den jüngsten Studien mit dem LiMAx-Test im Zusammenhang mit Chemotherapie und Leberchirurgie einen vielversprechenden Weg zur Lösung dieses medizinischen Problems aufzeigen.

Zwei Studien mit dem LiMAx-Test haben gezeigt, dass die Leberfunktion von Darmkrebspatienten mit Lebermetastasen nach Chemotherapie-Behandlung signifikant eingeschränkt war. Dies ist auf die Toxizität des Oxaliplatin-basierten Antikrebsmittels zurückzuführen. Die Studienergebnisse zeigten auch, dass die Regeneration der Leberfunktion nach Beendigung der Chemotherapie sehr stark zwischen den Patienten variiert. Es kann vier bis mehr als acht Wochen dauern, bis die vor Behandlungsbeginn der Chemotherapie vorhandene Leberfunktion wieder erreicht ist. Die verbleibende Leberfunktion ist jedoch entscheidend, um eine Leberoperation bei diesen Patienten erfolgreich durchführen zu können. Der LiMAx-Test hat das Potenzial, diejenigen Patienten, die für eine Leberteilentfernung nach Chemotherapie vorgesehen sind, besser beurteilen zu können. PR-001-R02-v00

Erwin de Buijzer, Geschäftsführer der Humedics GmbH, sagte: „Genaue Aussagen zu Chemotherapie-bedingten Leberschädigungen waren bisher schwierig. Zugleich ist die Beurteilung der Leberfunktion notwendig für eine fundierte Entscheidung, ob ein Patient für eine operative Entfernung von Lebermetastasen geeignet ist. Die jüngsten Studien demonstrieren das Potenzial unseres LiMAx-Tests, diese kritische Lücke zu überbrücken und zeigen einen möglicherweise richtungsweisenden Ansatz auf, um das optimale Zeitintervall festzulegen, Leberteilentfernungen für Darmkrebspatienten mit Lebermetastasen sicher durchzuführen.“ Forscher untersuchen gegenwärtig, ob der LiMAx-Test in diesem Anwendungsgebiet zu einer Verbesserung der klinischen Praxis führen kann.

Der LiMAx-Test zusammen mit dem FLIP Analysegerät und einem Diagnostikum bietet einen klinisch nachgewiesenen, signifikanten Mehrwert bei Lebererkrankungen und Leberoperationen. Der LiMAx-Test kommt derzeit bereits in 17 hochrangigen europäischen Universitätskliniken zum Einsatz.


Referenzen:

  1. Effects of oxaliplatin-based chemotherapy on liver function – an analysis of impact and functional recovery using the LiMAx test. Jara M, Bednarsch J, Malinowski M, Pratschke J, Stockmann M. Langenbecks Arch Surg 2016; 401(1):33-41.
  2. Bednarsch et al. BMC Research Notes (2015) 8:99. DOI 10.1186/s13104-015-1055-6
  3. NICE guidelines [CG131]; Colorectal cancer: diagnosis and management; https://www.nice.org.uk/guidance/cg131

Über Humedics

Humedics hat ein atemgasbasiertes diagnostisches Testsystem (LiMAx-Test) entwickelt, das ein CE-zertifiziertes Analysegerät, Atemmaskensets und ein diagnostisches Agens umfasst. Mehr als hundert Millionen Menschen weltweit leiden an Lebererkrankungen (z.B. Zirrhose, Hepatitis, Fettleber, metabolische Störungen, Lebertumore). Der LiMAx-Test erlaubt es dem Arzt, die individuelle Leberfunktion eines Patienten innerhalb von Minuten quantitativ zu bestimmen. Das Ergebnis ermöglicht es, Behandlungsoptionen für den Patienten, abhängig vom jeweiligen Status der Leberfunktion, individuell anzupassen. Momentane Anwendungen sind die Bestimmung der Leberfunktion vor und nach Transplantationen, OP-Planung bei leberchirurgischen Eingriffen (wie viel Leber kann entfernt werden, ohne das Risiko eines Leberversagens zu erhöhen) sowie die Beurteilung verschiedener Erkrankungen der Leber wie zum Beispiel Leberzirrhose. Bis heute wurde der LiMAx-Test ca. 15.000 Mal in der klinischen Praxis angewendet und die Ergebnisse in anerkannten Journalen publiziert. Die für die Marktzulassung des LiMAx-Tests erforderliche klinische Phase-III-Studie wurde erfolgreich abgeschlossen. Humedics hat den Zulassungsantrag für ein von Humedics entwickeltes Diagnostikum, das zur Durchführung des LiMAx-Tests benutzt werden kann, im April 2016 eingereicht.

LiMAx-Test

Das dem LiMAx-Test zugrundeliegende Prinzip beinhaltet folgende Schritte: Zuerst wird dem Patienten ein Diagnostikum intravenös verabreicht. Dessen Wirkstoff wird in der Leber zu Paracetamol und 13CO2 abgebaut. Letzteres wird vom Patienten ausgeatmet und über eine Atemmaske aufgefangen und analysiert. Die anschließende kontinuierliche Messung von 13CO2 im FLIP-Messgerät ermöglicht die quantitative Bestimmung der Leberkapazität und damit der Leberfunktionsleistung.


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Humedics PR_LiMAx test for colorectal liver metastatic patients